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Erdelose Kulturverfahren

 
Bei erdelosen Kulturverfahren unterscheidet man unter zwei Arten:

1. Hydrokultur

Zur Hydrokultur werden alle Verfahren gezählt, bei denen die Pflanzenproduktion, abgesehn von den Anzuchtsubstraten, nur in Nährlösung ohne Substrat erfolgt.
Dazu gehören z.B. die Nährfilmtechnik (NFT), die Aeroponik und verschiedene Tiefschichtsysteme.

2. Substratkutur

Bei den Verfahren der Substratkultur dienen verschiedene Substrate wie z.B. Torf, Cocofasern, Steinwolle, Kies, Blähton, Sägespäne, Schaumstoffe und andere als Planzenstandort. Da die Art der Substrate die Kulturführung bis hin zum Pflanzenschutz deutlich beeinflußt, ist eine weitere Unterteilung der Substratkultur erforderlich.

  • Verfahren mit natürlichen organischen Substraten
    (Torf, Sägespäne, Reststoffe natürlichen Ursprungs)
  • Verfahren mit inerten Substraten
    (Steinwolle, Perlite, Kies, Blähton und synthetische Schaumstoffe)
 
Bewässerungsverfahren // offenes und geschlossenes Bewässerungssystem:

Als "offenes" Bewässerungsverfahren bezeichnet man Verfahren bei denen die überschüssige Nährlösung verloren geht und damit die Umwelt belastet.
Es wird auch als "Run-to-waste-System" bezeichnet.
Bei offenen Systemen orientiert sich die Nährlösungsmenge an der Wasserspeicherfähigkeit des Substrates zuzüglich eines gewissen Zuschlages.
Durch den Nährlösungsüberschuss wir eine Anreicherung von Salzen vorgebeugt.
Meist wird mit einem Überschuss von 25-30 % gearbeitet.
Die übeschüssige Nährlösung wird in einem zweiten Tank abgefangen und entsorgt.
Durch das stets "frische" Wasser entfällt der Aufwand die Nährlösung zu überwachen und die Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten wird weitestgehend ausgeschlossen.

Als "geschlossenes" System verbleibt die überschüssige Nährlösung im System und geht nicht verloren. Man bezeichnet diese Art auch als "rezirkulierendes System".
Ein regelmäßiges Kontrollieren der Nährlösung (PH- und EC-Wert) ist notwendig, da sich die Nährlösung bei jeder Bewässerung leicht verändert.
Alle 10-14 Tage ist ein kompletter Wechsel der Nährlösung zu empfehlen.

 
Kulturverfahren ohne Substrat (Hydrokultur)

Bei der Hydrokultur wachsen die Pflanzen definitionsgemäß nur in Nährlösungen. Oft werden diese Verfahren deshalb als rein hydroponische Verfahren bezeichnet. Wegen der fehlenden Pufferung durch ein Substrat ermöglichen sie eine exaktere Steuerung des Wasser- und Nährstoffangebotes. Im gegensatz zur Substratkultur haben sie aber den Nachteil, daß sie wesentlich empfindlicher auf Fehler bei der Zusammensetzung der Nährlösung und gegenüber technischer Störungen im System reagieren, da die ausgleichende Wirkung des Substrates nicht mehr gegeben ist.

1. Verfahren mit tiefen Nährlösungen (Floating System, Tankkultur)

Bei diesem Verfahren füllen Sie Ihren MagicBeaver mit Nährlösung auf 8 cm Höhe. Verwenden Sie unser BeaverDeck oder einen Schaumstoff-Schwimmkörper, um die Pflanzen auf den MagicBeaver zu stellen. Befriedigende und sichere pflanzenbauliche Ergebnisse sind nur bei einer ausreichenden Belüftung der Nährlösung erreichbar. Die entsprechende Technik ist in unserem Shop erhältlich. Der EC- und pH-Wert unterliegen bei diesem System erhöhten Schwankungen. Es ist daher notwendig die Nährlösung regelmäßig zu kontrollieren.

2. Verfahren mit flachen Nährlösungen (NFT,GFT)

Dieses Verfahren arbeitet ohne Substrat, wenn man von den geringen Mengen für die Jungpflanzen-Aufzucht absieht. In der Wurzelzone befindet sich nur ein Textilflies (Nährfilmtechnik NFT) oder eine bis zu 3 cm hohe Schicht aus einem inerten Substrat (Gravelfilmtechink GFT). Ein Textilflies und eine Anit-Algenfolie ist standardmäßig bei unseren MagicBeavern dabei. Mit dieser Methode ist es möglich auf dem Magic Beaver alle Arten von Medien zu bewässern. Ob Töpfe, Blöcke oder Slabs, alles ist möglich. In Verbindung mit einem "BeaverDeck" haben sie ein optimales Bewässerungssystem.  Alle MagicBeaver Systeme sind standardmäßig mit der Nährfilmtechnik (NFT) ausgestattet.

Ein NFT System ist kinderleicht zu bedienen. Es besteht aus einem flachen Film einer Nährlösung (Nährstoffe & Wasser), die ständig oder zeitweise um die Wurzeln Ihrer Pflanzen zirkuliert. Dabei ist auf ein Gefälle von 1-2 % zu achten. Die Nährlösung wird vom Tank auf den MagicBeaver gepumpt, fließt um die Pflanzenwurzeln herum und zurück in den Behälter. Es ist der Nährstofffilm, der NFT von anderen Hydrokultursystemen unterscheidet.

Wesentliche Vorteile:

  • Das Verfahren entspricht im hohen Maße den ökologischen Anforderungen
  • Auf Substrat kann weitgehend verzichtet werden. Dadurch entfallen auch die Kosten für eine Entsorgung.
  • Durch die gleichmäßigere und stets optimale Nährlösungsversorgung können bis zu 15 % höhere Erträge im Vergleich zur Substratkultur entstehen.

3. Aeroponik (Aero)

Bei diesem Verfahren wird das frei in einem geschlossenen Raum hängende Wurzelsystem ständig oder in Intervallen mit Nährlösung angesprüht. Die abtropfende Nährlösung wird zurückgeführt und wieder verwendet. Dadurch wird neben der Versorgung der Wurzel mit Nährstoffen eine stets optimale Sauerstoffversorgung erreicht. Das Aeroponik-Verfahren eröffnet zudem versuchstechnisch neue Möglichkeiten, da das Wurzelsystem für Untersuchungen jederzeit zugänglich ist. Erweitern sie ihren MagicBeaver mit unsrem Upgrade "AeroBeaver". Der höhere technische Aufwand hat sich rasch durch einen kostengüstigeren Betrieb der Anlage amortisiert. Der "AeroBeaver" ist eine Auflage, bestehend aus zwei Teilen für den MagicBeaver. Die erste ist ein Zwischenstück um Höhe zu gewinnen. Die Zweite schließt lichtdicht die Oberseite ab. In dem Oberteil befinden sich Aussparungen für Netztöpfe, die durch ein Spraysystem von unten besprüht werden. Die Spraydüsen sind unmittelbar unter dem Deckel und sprühen nach unten, um ein verstopfen von herabwachsenden Wurzeln zu vermeiden. Das System ist mit einem speziellen Filtersystem ausgestattet, um ein verstopfen der Düsen zu verhindern. Der Filter muss regelmäßig gewartet werden. Eine leistungsstarke Pumpe ist ebenfalls inklusive. Der "AreoBeaver" ist komplett zerlegbar um eine problemlose Reinigung zu gewährleisten. Durch die schon vorhandene NFT- Bewässerung kann zusätzlich auf dem Boden ein Nährstofffilm gebildet werden, um untere Wurzeln optimal zu versorgen.

 
Substratkultur

Erdelose Kulturverfahren mit Substrat haben gegenwertig den größten Umfang, weil es dem Gärtner geläufiger ist, Pflanzen in Erden oder Substraten zu kultivieren. Beim Umgang mit Substraten kann man auf Erfahrungen der traditionellen Erdkultur zurückgreifen. Vorteil in diesem Zusammenhang ist die ausgleichende Wirkung der Substrate. Erdlose Substrate haben zwar im Vergelich zur Erde keine Kationenaustauschkapzität (Ausgleichende Wirkung bei Über- oder Unterdüngung), haben aber dafür meist eine große Wasserspeicherkapazität, die in einem gewissen Grad ebenfalls puffernd wirkt, wodurch sich eine techn. Störung bei der PH-Regelung nicht ganz so dramatisch auf das Wurzrlsystem auswirkt.

Es gibt viele Formen der Substratkutur. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der Anbauweise, der Art der Nährstoffaplikation, der Art des Substrates und des Substrataufwandes.

1. Kieskultur:

Bei der Kieskultur, auch Mineralkultur (engl. gravel culture), arbeitet man mit einer 10-20cm dicken Schicht von Bims, Blähton, Gesteinssplit, Quarzkies, Vermiculit u.a.  Bei dieser Technik kommt das Ebbe und Flut Verfahren am besten zum tragen. Durch kurzfristiges Anstauen der Nährlösung bis kurz unter die Substratoberfläche werden die Pflanzen mit Nährstoffen versorgt. Die Häufigkeit des Anstauens ist von den klimatischen Bedingungen, dem Wasserverbrauch der Pflanzen und von der Wasserkapazität des Substrates abhängig. Sie schwankt zwischen ein- bis fünfmal wöchentlich im Winter und bis zu drei- bis fünfmal täglich im Sommer.

2. Steinwollkutur / Sackkultur:

Diese Art von Substrat ist die am meist verbreiteste Form der Substratkultur. Am häufigsten findet man diese Technik mit Tropfbewässerung. Dabei werden die Steinwollblöcke auf Matten aus Steinwolle oder Säcke mit Steinwolle angeordnet, die je nach größe des Anzuchtblockes geschlitzt werden. Jeder Block erhält zwei Tropfbewässerungsschläuche. Bei der Erstbefeuchtung der Steinwolle kann das Wasser durch zusatz von Schwefelsäure (PH-) auf pH 3,0-4,0 angesäuert werden. Dadurch wird der meist zu hohe pH-wert der neuen Steinwolle etwas abgesenkt.

Alternativ zu Steinwolle kann man auch Phenolharz-Schaum (Hortis) verwenden.

3. Containerkultur (Container=Tekkutopf ab 2L):

Als Containerkultur gelten defintionsgemäß Kulturgefäße ab 2 l Inhalt. Der Übergang zur Topfkultur ist somit gleitend. Als Substrate kommen fast alle Medien in Frage, sogar Erde oder organische Medien wie Cocos. Die Art der Bewässerung ist auch sehr flexibel. Es kommt auf das Substrat an, welche Bewässerungsart zur welchen Zeit gewählt wird. Am besten ist eine Nährstoffversorgung von unten, da dadurch die Ausbreitung von Krankheiten entgegengesteuert werden kann. Zu Beginn der Kultur kann es aber von Vorteil sein von oben ein Tropfsystem zu benutzen, da die Wurzeln bei Jungpflanzen oft noch nicht gleich bis ganz nach unten führen.